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Biologische Vielfalt erlebbar: Die Baumpflanzaktion von SWB Energie und Wasser

SWB-Mitarbeiter und SWB-Kunden bei der diesjährigen Baumpflanzaktion für Klimaschutz und Biologische Vielfalt
Die Baumpflanzaktion von SWB Energie und Wasser - ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt
Aktuell: Baumpflanzaktion von SWB Energie und Wasser von Vereinten Nationen ausgezeichnet

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für biologische Vielfalt erklärt. Die Staatengemeinschaft ruft damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Menschen auf der ganzen Welt engagieren sich schon und haben bereits einiges erreicht.

In diesem Jahr wurden besonders herausragende Initiativen und Projekte von der UN-Dekade ausgezeichnet.

Wir bei SWB Energie und Wasser freuen uns sehr, dass auch unsere jährliche Baumpflanzaktion zu den Preisträgern gehört.

Sehen und lesen Sie im Folgenden, was unsere Baumpflanzaktion so besonders macht und wie auch Sie beim nächsten Mal Teil des ausgezeichneten Projektes sein können.

Warum wir so gerne Bäume mit Ihnen pflanzen

Wiederholt setzten die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und SWB Energie und Wasser ein Zeichen für gelebten Klimaschutz, mehr Nachhaltigkeit und Biologische Vielfalt in Bonn. Seit 2009 wurden so schon rund 20.000 Laubbaumsetzlinge gepflanzt.

Bei der letzten Aktion 2019 folgten 140 BonnNatur Strom- und Beethovenstrom-Kundinnen und Kunden im Alter von 3 bis 80 Jahren begeistert der Einladung der Bonner Stadtwerke und pflanzten gemeinsam mit Experten der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) 500 Stiel- und Traubeneichen auf einer Kahlfläche im Bonner Kottenforst. Und das war nur der Anfang. Bis zum Frühjahr 2020 werden im Rahmen dieser Aktion 8.000 Stecklinge gepflanzt.

Sehen Sie selbst! Das Video unserer Baumpflanzaktion 2019

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Hintergrund: Mangelnde Biodiversität Grund für die Kahlflächen?
Verbesserte biologische Vielfalt: Neue Eichen-Setzlinge auf der Fläche abgestorbener Fichten
Neue Eichen-Setzlinge auf der Fläche abgestorbener Fichten

Ein Grund für das derzeitige Waldsterben in Deutschland ist sicher eine häufig mangelnde Biodiversität in unseren Wäldern. Einige Baum- und Straucharten leiden derzeit besonders. Die warmen Sommer und zu wenig Regen führen bei ihnen zu deutlichen Schäden, bis hin zum Absterben ganzer Baumgruppen. 

Bisher eher unauffällige Schädlinge entwickeln sich durch die klimatischen Veränderungen unserer Zeit rasant schnell und finden in den angeschlagenen Bäumen reichlich Futter- und Brutplätze. Insbesondere Baumarten, die nicht in ihrer natürlichen Umgebung wachsen, sind derzeit extrem anfällig. Ein besonders eindrucksvolles Negativbeispiel bieten derzeit die vielen Fichten im Kottenforst. Zur Zeit Ihrer Pflanzung, nach dem 2. Weltkrieg, stand der schnelle Gewinn von dringend benötigtem Bau- und Brennholz im Vordergrund. Um aktiven Naturschutz und eine sinnvolle biologische Vielfalt in den heimischen Wäldern machten sich zu dieser Zeit in Deutschland die Wenigsten Gedanken. 

Damals fiel die Wahl auf die – für den Kottenforst eigentlich tendenziell ungeeignete – Fichte, weil sie schnell wächst und so schnell zur Überwindung der Holzknappheit beitragen konnte. So lange die oberen Bodenschichten feucht genug waren, stellte diese Art der Nutzung auch kein Problem dar. In unserem heutigen Klima, das derzeit geprägt ist von anhaltenden Trockenperioden, stößt die Fichte jedoch schnell an ihre Grenzen. 

Als Flachwurzler kann sie die typischen wasserundurchlässigen Bodenschichten des Kottenforst nicht durchdringen. Sie erreicht also die tieferen, noch feuchten Schichten im Waldboden nicht. Andere Arten haben in dieser Umwelt auch in trockeneren Perioden weniger Probleme, da ihre Wurzeln tiefer ins Erdreich reichen und auch kompaktere Schichte durchdringen können. Ein Beispiel hierfür sind Eichen.

Seit 2017 kann jeder Waldbesucher die rasante Entwicklung des Fichtensterbens mit eigenen Augen sehen. Mit den gestressten Bäumen hatten einige Borkenkäferarten leichtes Spiel. Und so konnten sie zwischenzeitlich fast den gesamten Fichtenbestand im Kottenforst vernichten. Betroffene Bäume verfärben sich nach dem Käferbefall zunächst rot in den Kronenregionen, werfen schnell die Rinde ab und sterben anschließend komplett stehend ab.

Fichtensterben als Chance zur Verbesserung der biologischen Vielfalt im Bonner Stadtwald
Eichensetzlinge im Schatten großer toter Fichten
Eichensetzlinge im Schatten großer toter Fichten

Einerseits ist dieses schnelle und großflächige Absterben der Fichte erschreckend. Es bietet jedoch auch die große Chance für den Bonner Stadtwald, mit standortgerechten und natürlicheren Pflanzengesellschaften, die eine höhere Klimastabilität aufweisen, einen nachhaltigen Umschwung in der lokalen Forstwirtschaft zu schaffen.

Im Kottenforst sind die natürlich vorkommenden Arten Eichenwaldgesellschaften mit Hainbuche, Winterlinde und anderen Begleit- und Mischbaumarten. 

Eichen können sich meist im Schatten großer Kronen nicht gut entwickeln, da Ihnen Licht fehlt. Einige Kahlflächen, die die Fichten hinterlassen haben, eignen sich nun allerdings hervorragend für die Aufforstung mit der Eiche und deren Begleit- und Mischbaumarten. Diese Mischwälder bieten eine deutlich höhere biologische Vielfalt als große Fichtenbestände in Monokultur, tragen so aktiv zu einer nachhaltig hohen Biodiversität bei und unterstützen so die kommunalen Naturschutz-Bemühungen.

Das gemeinsame Projekt mit den Stadtwerken Bonn und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hatte genau eine solche Aufforstung auf einer Fichten-Kahlfläche im Bonner Stadtwald zum Ziel. Auf der Fläche werden in den nächsten Jahren Eichen-Mischwälder entstehen, die über 200 Jahre alt werden können.

Neben dem Einbringen der Baumart Eiche ist eine solche Veranstaltung eine hervorragende Plattform, um über die aktuellen Geschehnisse im Wald zu sprechen, zu sensibilisieren und vielfältige Fragen zu diskutieren.

Biologische Vielfalt / Biodiverstiät: Das versteht man darunter?

Als biologische Vielfalt, auch als Biodiversität bezeichnet, verstehen wir die Fülle unterschiedlichen Lebens in einem bestimmten Ökosystem, bzw. einem definierten Gebiet. Zum einen wird dabei die Anzahl der genetischen Varianten einer einzelnen Art betrachtet. Zum anderen geht es um die Anzahl unterschiedlicher Arten in demselben Gebiet. Und zu guter Letzt um die Anzahl unterschiedlicher Ökosysteme im ökologischen Gesamtgebilde der Erde. (Mehr zum wissenschaftlichen Hintergrund finden Sie auf den Seiten der SDW oder der UN-Dekade Biologische Vielfalt.)

Warum ist eine natürliche biologische Vielfalt so wichtig?

Je weniger Arten sich ein Ökosystem teilen, desto anfälliger ist das komplette System. Am Beispiel der Fichten im Kottenforst ist dies sehr anschaulich zu betrachten. Bäume und andere Pflanzen sind für das Leben auf der Erde essentiell wichtig. Sie speichern CO2 und wandeln es in lebensnotwendigen Sauerstoff um. 

Ohne Sauerstoff kann es das Leben, das wir kennen, nicht geben. Ist für diesen lebensnotwendigen Prozess eine einzelne Art – in diesem Fall vornehmlich die Fichten – zuständig, hängt das gesamte Überleben des Ökosystems von der Überlebensfähigkeit eben dieser Art ab. Das Überleben dieser Art wiederum ist abhängig von den äußeren Umständen, denen sie ausgesetzt ist. 

Und hier wird das Problem deutlich. Die massive monokulturelle Aufforstung mit großen Fichtenflächen bedeutete einen immensen Verlust der biologischen Vielfalt des Kottenforst.  

In feuchteren Perioden konnten die Fichten im Kottenforst gut überleben. Sie produzierten ebenso Sauerstoff, wie das dringend benötigte günstige Bauholz. 

Nun jedoch, da sich die Lebensumstände änderten und die Böden dauerhaft trockener wurden, hatte die flachwurzelnde Fichte keine Möglichkeiten mehr, an das dringend benötigte Wasser zu gelangen. Sie starb und stirbt in großer Zahl ab.

Eine natürliche biologische Vielfalt bietet einen ebenso natürlichen Schutz gegen jedwede Änderung der äußeren Begleitumstände. Denn in Zeiten, in denen die eine Baumart Probleme mit den klimatischen Bedingungen bekommt, können andere uneingeschränkt weiter gedeihen.

Gemeinsam pflanzen und etwas für die Umwelt tun

Der Bundesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Christoph Rullmann, ist begeistert von der Baumpflanzaktion: „Mir gefällt die Aktion, weil sie eine Haltung zum Ausdruck bringt: Gemeinsam pflanzen und etwas für die Natur tun. Unser Steckenpferd ist die Umweltbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“, erläuterte Rullmann das Engagement der SDW-WaldpädagogInnen, die die kleinen und großen Gäste über Bäume informierten und mit ihnen bastelten.

Marco Westphal, Geschäftsführer von SWB Energie und Wasser freute sich über die vielen aktiven BonnNatur Strom - Kunden, die bereits zum sechsten Mal zum Spaten griffen und damit einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz, zur Reduzierung von CO2, umweltverträglicher Energieversorgung und eben einer nachhaltigen biologischen Vielfalt im Kottenforst leisteten.

Der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Ashok Sridharan mit dem SWB-Geschäftsführer Marco Westphal und dem Geschäftsführer des SDW, Christoph Rullmann
Der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Ashok Sridharan mit dem SWB-Geschäftsführer Marco Westphal und dem Geschäftsführer des SDW, Christoph Rullmann bei der gemeinsamen Pflanzaktion

„Bäume zu pflanzen, ist für jeden ein Erlebnis“, erläutert Christoph Rullmann das Engagement seines Verbandes in diesem Bereich. „Viele hatten noch nie die Möglichkeit, einen Baum zu pflanzen und erleben dabei zum ersten Mal eine Naturnähe, die begeistert und oft eine Initialzündung für mehr Natur im eigenen Leben ist“.

Angesichts des Verlustes von 120.000 Hektar Wald durch Trockenheit und Schädlinge erhalten die 350 SDW-Gruppen in diesem Jahr viel Unterstützung in ihrer traditionellen Aufgabe, Bäume zu pflanzen. Geplant ist, mit vielen Initiativen Millionen Bäume zu pflanzen.

Werden Sie jetzt Kunde und Teil der Aktion

Auch Stadtförster Sebastian Korintenberg ist begeistert von der Baumpflanzaktion

Stadtförster Sebastian Korintenberg weiß genau, wo die Setzlinge, mit denen SWB die Aufforstung im Kottenforst aktiv unterstützt, ihren Platz bereits gefunden haben oder noch finden werden. Und das von jedem einzelnen der 8.000 durch die SWB gestifteten Stieleichen, Traubeneichen, Hainbuchen, Winterlinden und Vogelkirschen. „500 haben die SWB-Kunden selbst gepflanzt, meine Mitarbeiter seitdem 3.500. Die restlichen 4.000 folgen bis Ende März. Wir führen darüber genau Buch, das ist wie eine Inventurliste im Supermarkt“, berichtet der Stadtförster.


Kleine Röhren schützen die jungen Bäumchen

An 30 Stellen im Bonner Stadtwald werden die Setzlinge gepflanzt. Zuletzt aufgeforstet wurde oberhalb Schweinheims. Vom Parkplatz Venner Straße geht es in den Wald und nach zehn Minuten zu Fuß rechts ab. Auf der einen Hektar großen Lichtung liegt jede Menge Totholz, so der Fachbegriff für abgestorbene Bäume. „Das müsste eigentlich anders heißen, bei der Vielzahl der Organismen, die darin leben“, so Korintenberg. Zu sehen ist aber auch eine Vielzahl grüner Röhren. Diese Röhren, genannt Tubex, sind aus verrottbarem Material und lichtdurchlässig. Sie sollen die 800 Setzlinge, die in ihrem Innern Platz gefunden haben, vor Verbiss durch Damwild oder anderen Tierarten geschützt werden. „Die knabbern sonst die kleinen Bäume ab, sodass diese wie Bonsai-Bäumchen aussehen. Die Knospen sind wie Schokolade für die Tiere. Die Röhren sind da schützende Minigewächshäuser“, erklärt der Fachmann.


Setzlinge wachsen anfangs zehn bis 15 Zentimeter jährlich

„Vier Kollegen setzen so eine Aufforstung wie hier in etwa zwei Wochen um. Zwei bereiten vor, zwei pflanzen, dann geht es an den Aufbau der Tubex-Röhren. Wir bepflanzen um die 45 Prozent einer solchen Fläche, 55 Prozent gehören der Natur, damit sie sich frei verjüngen kann. Die Setzlinge werden in Trupps á fünf Stück gepflanzt. In 250 Jahren steht davon noch einer. Das ist die harte Realität in der Natur: Wer überlebt den Kampf um Licht und Wasser?“, berichtet Sebastian Korintenberg weiter.
 
Zwei Jahre waren die Setzlinge alt, als sie aus der Baumschule nach Bonn kamen. Und mit 30 bis 50 Zentimetern sind sie winzig im Vergleich zu ihren „ausgewachsenen“ Artgenossen. Korintenberg: „Nun leiden sie erst einmal ein Jahr unter Pflanzschock. Schließlich kommen sie aus einem kuscheligem Pflanzenbett, wo sie gut gedüngt wurden und optimale Bedingungen hatten, in den rauen Waldboden. Da tun sie vor Schreck erstmal gar nichts. Erst im zweiten Jahr beginnen sie zu wachsen, zehn bis 15 Zentimeter am Anfang pro Jahr. Wenn sie sich etabliert haben, kann es auch mal ein halber Meter werden.“


Wurzeln der Eiche können Lehmboden durchbrechen

Um die zarten Trauben- und Stieleichen gruppieren sich Hainbuchen und Winterlinden. Sie bilden den Seitenschutz für die Eichen. „Ideal für diesen Boden hier – es ist Pseudogley, der in 60 Zentimeter Tiefe eine Lehm-Staustufe hat – sind Eichen. Sie kommen mit ihren starken Wurzeln durch diese Schicht, Fichten können das nicht, erklärt der Stadtförster. Aber die rasch größer werdende Fichte war nach dem zweiten Weltkrieg, als Bauholz dringend benötigt wurde, der Baum der Wahl bei der Aufforstung im damals wüst aussehenden Wald.


Ziel der Aufforstung ist ein artenreicher Wald

Heute geht es nicht nur noch um Bau- oder Brennholz. „Ziel der Aufforstung ist ein artenreicher Wald mit standortgerechten Baumarten. Denn wir steuern auf ein Klimaproblem zu. Jetzt müssen wir schauen, wie reagieren die verschiedenen Bäume, welcher hat bei diesen Herausforderungen Potenzial“, so Korintenberg. Die Flächen, die mithilfe von SWB aufgeforstet wurden, ruhen nun aber erst einmal bis Juni. „Dann kontrollieren wir, ob die Setzlinge angewachsen sind und ob andere krautige Pflanzen ihnen genug Platz lassen“, erläutert Korintenberg.

Ganze Familien halfen mit. Groß und klein für Klimaschutz und mehr biologische Vielfalt.

„Baumpflanzaktion von SWB eine gelungene Sache“

Sebastian Korintenberg hält die Baumpflanzaktion von SWB für gelungen: „Wir sind für die Spende sehr dankbar. Ich freue mich aber auch besonders, dass mit der Aktion Begeisterung für den Wald bei der Bevölkerung geschaffen wird. Man kann nur schützen, was man versteht. Dieses gesteigerte Bewusstsein der Menschen für die Natur ist sehr, sehr viel wert. Ich wünsche mir sehr, dass der Wald mit Wertschätzung gesehen wird und die verschiedenen Nutzergruppen respektvoll miteinander umgehen. Wir sind alle Gäste hier. Egoismus hat hier nichts verloren.“