FAQ Gasumlagen

Der russische Angriff auf die Ukraine hat die ohnehin angespannte Lage auf den Energiemärkten weiter verschärft. Eine erhebliche Reduzierung der Gasimportmenge von russischen Lieferanten nach Deutschland ist bereits eingetreten, teils sind die Lieferungen sogar gestoppt. In der Folge kommt es immer häufiger dazu, dass Gasimporteure für die fehlenden Mengen am Markt Ersatz beschaffen müssen. Dies ist nur zu wesentlich höheren Kosten möglich.

Die Bundesregierung hat ganz aktuell neue Beschlüsse zum Thema Gasumlage vorgestellt. Diese müssen in den Fachgremien des Bundes im Detail ausgearbeitet werden. Sobald die Beschlüsse wirksam sind, setzen wir die neuen Vorgaben zeitnah um und informieren Sie unaufgefordert. Sie müssen nichts tun. 

Der Preis für die Kilowattstunde Gas hat einen CO2-Steueranteil. Diese Steuer erhöht sich seit 2021 jedes Jahr von 25 Euro pro Tonne auf einen geplanten Wert in 2026 von 55 bis 65 Euro pro Tonne Erdgas.

Unser Rechenbeispiel Beethoven-Gas, Vertrag vom 15.10.2021

CO2-Steueranteil seit 01.01.2021 = 0,455 Cent/kWh
Ihr Arbeitspreis beträgt 5,54 Cent/kWh netto – 6,59 Cent/kWh brutto

CO2-Steueranteil ab 01.01.2022 = 0,546 Cent/kWh
Ihr Arbeitspreis beträgt 5,648 Cent/kWh netto – 6,721 Cent/kWh brutto

Wir halten unser Wort und garantieren Ihren Gaspreis. Nicht eingeschlossen sind gesetzlich bestimmte Preisbestandteile wie Steuern oder Umlagen. So werden wir auch die anstehende Senkung der Mehrwertsteuer für Gas wie von der Regierung beschlossen an Sie weitergeben. Unsere Allgemeinen Vertragsbedingungen können Sie hier noch einmal nachlesen.

Bei den Preisanpassungen für Gas zum 01.06.2022 und Strom zum 01.09.2022 haben wir für Sie die Initiative ergriffen und Ihren Abschlag angepasst. Damit möchten wir verhindern, dass mit Ihrer nächsten Abrechnung eine hohe Nachzahlung auf Sie zu kommt.

Diesmal ist die Veränderung des Preises je nach Produkt mit bis zu 3,627 Cent je kWh geringer. Dazu kommt die angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer. Wenn Sie Ihren Abschlag trotzdem noch einmal anpassen möchten, nutzen Sie unser Online-Portal – hier können Sie sich schnell und einfach für Ihren Vertrag registrieren.

Bis 2025 soll die CO2-Steuer bei Erdgas auf insgesamt 1,3 ct steigen.

Brennstoff 2021 2025
Diesel 8 ct pro Liter 17,6 ct pro Liter
Benzin 7 ct pro Liter 15,4 ct pro Liter
Heizöl 8 ct pro Liter 17,4 ct pro Liter
Erdgas 0,5 ct pro Kilowattstunde 1,3 ct pro Kilowattstunde

 

Die Gasbeschaffungsumlage beträgt 2,419 Cent netto pro Kilowattstunde.

Mit Hilfe der Gasbeschaffungsumlage nach §26 Energiesicherungsgesetz sollen große Gasimporteure entlastet werden, die aufgrund reduzierter Gasliefermengen aus Russland nur zu deutlich höheren Preisen am Markt Ersatz beschaffen können. Damit soll verhindert werden, dass einzelne Versorger ausfallen, was einen Zusammenbruch der Lieferketten bedeuten könnte. Die Kostenerhebung wurde vorerst bis zum 1. April 2024 festgelegt. Bis zu diesem Datum kann die Höhe der Umlage von der Bundesregierung regelmäßig angepasst werden.

Die Speicherumlage für das Füllen der Gasspeicher wurde auf 0,059 Cent pro Kilowattstunde festgelegt.

Die Speicherumlage nach §35e Energiewirtschaftsgesetz dient der Sicherung der Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen. Die Kosten, die dadurch entstehen, sollen über die Speicherumlage finanziert werden. Die Geltungsdauer der Umlage wurde auf einen Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2025 festgelegt, wobei die Höhe der Umlage in regelmäßigen Abständen neu ermittelt und rechtzeitig kommuniziert wird.

Die Bilanzierungsumlage liegt künftig bei 0,57 Cent pro Kilowattstunde.

Die Bilanzierungsumlage wird für die Regelung der Ein- und Ausspeisemengen im jeweiligen Marktgebiet fällig. Die Ein- und Ausspeisung im Gasnetz muss stets im Gleichgewicht gehalten werden. Für diesen Ausgleich muss entsprechend Energie gekauft oder verkauft werden. Falls die prognostizierten Kosten der Gaszukäufe die zu erwartenden Einnahmen der Gasverkäufe übersteigen, wird die Bilanzierungsumlage erhoben. Diese wird jeweils zum 1.10 eines jeden Jahres für einen Zeitraum von zwölf Monaten angepasst und veröffentlicht.

Für den Zeitraum 1.10.2022 bis 30.09.2023 beträgt die Bilanzierungsumlage 0,57 Cent pro Kilowattstunde netto. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert bei 0 Cent pro Kilowattstunde.

Wir werden die Umlagen ab 1. November weitergeben. Die Grundlage für die Umlagen hat der Staat durch die Gesetzgebung festgelegt. Die tatsächliche Höhe wird dann von der Trading Hub Europe (THE) nach Vorgaben des Gesetzgebers kalkuliert. Der Prozess kann von SWB Energie und Wasser sowie allen anderen Energieversorgern nicht beeinflusst werden. Die Kosten, die durch die Umlagen entstehen, werden in der Preisgestaltung bei allen Gastarifen berücksichtigt. Eine Ausnahme bildet die Bilanzierungsumlage: Diese wird bei Festpreisverträgen nur in neuen Verträgen berücksichtigt.

Die Gasspeicher- und die Gasbeschaffungsumlage werden als neue Umlagen auch an Festpreiskunden weitergegeben.

Nach aktueller Rechtslage fällt eine Mehrwertsteuer auf die Umlagen an. Die Bundesregierung plant allerdings, die Mehrwertsteuer auf den gesamten Gasverbrauch abzusenken und so für finanzielle Entlastung zu sorgen. Sie soll statt 19 Prozent nur sieben Prozent betragen. Die Regierung hat die Senkung der Mehrwertsteuer noch nicht beschlossen.