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31.08.2018

34. Bonner Wirtschaftstalk: Bonner Bildung – 200 Jahre Universität Bonn bis Learning 4.0

34. Bonner Wirtschaftstalk: Bonner Bildung – 200 Jahre Universität Bonn bis Learning 4.0
Die Teilnehmer des 34. Bonner Wirtschaftstalks sprachen über die Veränderungen im Bildungssystem.

Bildung darf kein Luxusgut sein – da waren sich alle teilnehmenden Experten des 34. Bonner Wirtschaftstalks einig. In der Diskussion zeigte sich schnell, dass das Bildungssystem sich verändert und die Digitalisierung Einzug hält.

In Deutschland gibt es keinen Ort, der mehr als 49 Kilometer von der nächstliegenden Fachhochschule oder Universität entfernt liegt. Allein in Nordrhein-Westfalen finden sich 73 Hochschulen mit verschiedensten Ausrichtungen. Neben den Hochschulen spielen auch die Ausbildungsstätten eine große Rolle. Für Moderator Christian David ein Anlass vier Bildungsexperten zu standardisierten Studieninhalten, der Freiheit der Lehre und der Balance zwischen Theorie und Praxis zu befragen.

In die Bundeskunsthalle waren der Vorsitzende des Hochschulrates der Universität Bonn Prof. Dr. Dieter Engels, der Rektor der IUBH School of Business an Management Prof. Dr. rer. pol. habil. Peter Thuy, der Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz Dr. Jens-Peter Gaul sowie die Vizepräsidentin der IHK Bonn/Rhein-Sieg und Hoteldirektorin Ruth Maria van den Elzen zusammen gekommen.

Hochschulbildung verändert sich

Prof. Dr. Dieter Engels erörterte, dass ein Studium im Vergleich zur Vergangenheit immer schnelllebiger, aber auch zeitintensiver werde. Früher besuchte man auch Vorlesungen, die nicht zum eigenen Studienfach gehörten. Dafür bleibe heute keine Zeit. Die Gesellschaft wie auch die Wirtschaft fordere die Studenten auf, sich zu fokussieren. „Heute gibt es keine Zeit mehr zur Orientierung. Die Studierenden sind zielstrebiger geworden, denn zukünftige Arbeitgeber setzen Bewertungsparameter an der benötigten Studiendauer der Bewerber an“, erklärt er.

Durch die Bologna-Reform von 1999 ist das Studium europaweit vergleichbar geworden. Die Diskutierenden waren sich einig, dass diese Reform eine sinnvolle Veränderung für den Hochschul-Alltag bedeutet, da sie Bildung harmonisiere. In der Bologna-Reform verpflichteten sich 29 europäische Staaten, das Bachelor-Master-System einzuführen. So werden zum einen Studienabschlüsse vergleichbar, zum anderen wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben innerhalb der EU Erfahrungen zu sammeln. ECTS-Punkte (European Credit Transfer System) erhöhen die Transparenz von belegten Kursen und klären über die benötigten Zeitaufwand auf. Ein ECTS-Punkt entspricht rund 30 Stunden. Sie bewerten jedoch nicht die erbrachte Leistung.

Auf dem Arbeitsmarkt seien Absolventen gefragt, die sich nicht nur in der Theorie auskennen. „Zukünftige Fachkräfte, die über den Tellerrand schauen, sind unverzichtbar“, beantwortete IHK-Vizepräsidentin Ruth Maria van den Elzen die Frage, welche Anforderungen Arbeitgeber stellen. Bisherige Praxiserfahrungen zeigen oftmals wie selbstständig ein Studienabgänger sei. Eine Kernkompetenz für zukünftige Fachkräfte.

Eine Stärke des Bildungssystems ist die Vielfalt

Zwar beginnen derzeit rund 51 Prozent der Schulabgänger zunächst ein Studium, aber unter ihnen wird es erfahrungsgemäß auch viele Studienabbrecher geben, die lieber eine praxisdominierte Ausbildung machen möchten. „Studienabbrecher sind orientierter, sie wissen was sie wollen“, so van den Elzen. Viele von ihnen bekommen gute Ausbildungsangebote. Das Bildungssystem halte für jeden Perspektiven bereit. 

Auch in der Bildung hält die Digitalisierung Einzug

Das Bildungssystem ist auf zwei Säulen aufgebaut: akademische und berufliche Bildung. In beiden Formen macht sich die Digitalisierung stark bemerkbar. An vielen Hochschulen geht der Anteil an Präsenzvorlesungen zurück. „Viele Studierende können auch gar nicht mehr anwesend seid“, begründet IUBH School of Business and Management Rektor Peter Thuy. „Wir haben neue Zielgruppen wie Berufstätige und auch Mütter. Für diesen Personenkreis ist es wichtig, sich die Vorlesungen und Prüfungen zeitlich selbst organisieren zu können“.

Modelle für ein präsenzarmes Studium basieren auf E-Learning-Angeboten wie Apps und digitalen Lerncentern sowie auf elektronischen Prüfungsleistungen.

Auch die IHK Bonn/Rhein-Sieg sieht die Zukunft in der Digitalisierung. Laut van den Elzen sei sie bereits „gelebte Realität“. Prüfungen können digital erbracht werden, für Auszubildende stehen Lern-Apps mit Fragen zur Zwischen- und Abschlussprüfung zur Verfügung. Durch Learning 4.0 werden Prozesse transparenter und zugänglicher, die Bearbeitung vereinfacht.

Der Bonner Wirtschaftstalk

SWB Energie und Wasser, die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg sowie die Sparkasse KölnBonn veranstalten gemeinsam den Bonner Wirtschaftstalk, bei dem Vertreter der lokalen Wirtschaft, Politiker und Experten gemeinsam Fragestellungen und Themen diskutieren, die mittelständische Bonner Unternehmen und Bürger betreffen. Die Aufzeichnung des 34. Bonner Wirtschaftstalks ist auf www.bonner-wirtschaftstalk.de zu sehen. Die Veranstaltungsreihe findet im Turnus von acht Wochen statt. Das Thema am 11. Oktober lautet „E-BONN – E-Bike bis StreetScooter“. Anja Wenmakers, Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn sowie SWB Mobil, nimmt als Expertin teil. (sk)

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