11.05.2026 Bonner Energie-Gipfel trifft Nerv der Zeit

Lieber in der Sonne liegen und sich nach tagelangem Regen bei blauem Himmel eine leichte Brise um die Nase wehen lassen? Nein. Die Entscheidung fiel anders aus. Mehr als 1.900 Besucherinnen und Besucher strömten am Samstag, 9. Mai, in die Bonner Beethovenhalle, um sich beim SWB-Energie-Gipfel bei Fachleuten über die persönliche Energiewende zu informieren.

Karsten Schwanke steht mit einem Headset-Mikrofon auf der Bühne des SWB-Energiegipfels. Im Hintergrund ist eine Präsentation zum Thema Klimawandel zu sehen.
ARD-Wettermann Karsten Schwanke machte den Klimawandel auf der Bühne des Energie-Gipfels anschaulich. (Fotos:Stadtwerke Bonn/Martin Magunia)

Mittendrin Karsten Schwanke. Der ARD-Wettermann, TV-Moderator und Wissenschaftsjournalist war Hauptredner beim Bühnenprogramm. Dort ließ er ein Präzisionsthermometer rotieren und sein Publikum die Temperatur raten. Er verwies so auf eine Krux, die es schwer macht, den Klimawandel zu verstehen: „Das Wetter können wir fühlen, das Klima und langfristige Veränderungen nicht.“ 

Die Menschen umringten die Stände von Handwerk, Herstellenden und Dienstleistenden im Messebereich. Hunderte nutzten parallel die Chance, sich bei kurzen Impulsen oder tiefergehenden Vorträgen zu spezifischen Themen zu informieren. Wie die Wärmepumpe und der Altbau zusammenpassen, man auch in der Mietwohnung Stromkosten senkt und von Solarstrom profitiert oder das E-Auto im Garagenhof geladen werden kann, gehörte dazu.

Plattform für die persönliche Energiewende

Solch eine Resonanz hatten sich die Stadtwerke gewünscht. Für sie war es bereits der dritte Bonner Energie-Gipfel. „Den ersten Energie-Gipfel vor zwei Jahren haben wir mit der Politik gemacht, den zweiten mit dem Handwerk und der dritte ist darauf ausgerichtet, eine Plattform zu schaffen und eine Vernetzung herbeizuführen, zwischen den Herstellern von Energielösungen, dem Handwerk und den Verbraucherinnen und Verbrauchern“, sagte SWB-Geschäftsführer Marco Westphal. Denn nur mit den Bürgerinnen und Bürgern gelinge die Wende.

SWB-Geschäftsführer Marco Westphal und Moderator Volker Groß stehen vor einer Leinwand auf der Bühne im Studio der Beethovenhalle. Sie sprechen vor Publikum zum Auftakt der Veranstaltung.
SWB-Geschäftsführer Marco Westphal und Moderator Volker Groß eröffneten den Energie-Gipfel und begrüßten das Publikum.
Mehrere Besucherinnen und Besucher informieren sich an einem Messestand. Mitarbeitende der SWB beraten im direkten Gespräch zu Energielösungen.
An den Messeständen nutzten viele Interessierte die Gelegenheit zum Austausch über Energielösungen wie Fernwärme, Wärmepumpe und E-Mobilität.

Nachfrage nach an E-Ladelösungen und Wärmepumpe steigt

Nicht nur eine Frage, sondern einen ganzen Fragenkatalog hatte Claudia Schütz-Großmann aus Bad Godesberg mitgebracht. „Das E-Auto ist bestellt, jetzt geht es um die Wallbox.“ Die SWB verzeichnen steigende Anfragen zur E-Mobilität und zur Kombination aus PV-Anlage und Wallbox. Das Team „Energiedienstleistungen“ war für das „enorme Interesse an Wärmepumpen“ gerüstet, wie Dennis Paschwitz ausführte: „Nochmal gestiegen ist die Nachfrage mit den steigenden Energiepreisen, der sich ändernden Gesetzeslage und den einhergehenden Förderbedingungen. In der ganzen Unsicherheit am Markt, merken wir, dass die Leute in uns einen vertrauensvollen Partner sehen und ganzheitlich beraten werden möchten.“

Zuerst das Gesamtgebäude betrachten

Die Investition in Wärmepumpe und PV-Anlage beschäftigte Rainer Nichau und seine Frau „aus Kostengründen, um autark zu werden und nicht zuletzt, um der Umwelt etwas Gutes zu tun“. Das war im Sinne von Kreishandwerkmeister Michael Christmann, Vertreter der „Umsetzer von energetischen Maßnahmen“. Sein Rat für die individuelle energetische Ertüchtigung des Eigenheims: „Nicht einfach mit einer Einzelmaßnahme anfangen, immer das Gesamtgebäude betrachten. Also erst einen Energieberatungsbericht oder Sanierungsfahrplan erstellen.“ Das sei auch nötig, um eine Förderung zu erhalten. Da half die Stadt Bonn respektive die Bonner Energie Agentur.

Philipp Hawlitzky von den SWB klärte in einem der Vorträge über das neue Gebäudemodernisierungsgesetzt auf: „Neue Gas- und Ölheizungen sollen zukünftig wieder zulässig sein.“ Die steigende CO2-Bepreisung und die steigenden Stufen der „Biotreppe“ erfordern aber eine fundierte Kostenanalyse, mit Blick auf Anschaffungskosten und die Kosten über die gesamte Laufzeit. Denn regenerative Heizungen wie Wärmepumpen heizen schon heute in fast allen Gebäuden effizient und klimafreundlich. „Weitblick ist gefragt für eine gute Entscheidung, mit der man die nächsten Jahre und Jahrzehnte gut fährt.“ Thorsten Ellmann von BonnNetz hatte zu seinem Vortrag über die Fernwärme sogar einen Bewohner eines denkmalgeschützten Altbaus mitgebracht, der von seinen Erfahrungen auf dem Weg zu dieser Bonner Lösung berichtete. Eine Faustformel hatte Ellmann zudem parat: „Je älter und größer ein Gebäude ist, desto attraktiver ist die Fernwärme.“

Das Maskottchen "Boni", dass in Form eines Smartphones für die SWB-Bonuswelt wirbt - steht mir ausgestreckten Armen vorm Eingang der Beethovenhalle.
Auch Boni – das Maskottchen der SWB-Bonuswelt – durfte an dem Tag nicht fehlen.

Klimawandel, Lösungen und Zuversicht

Und warum das alles? „Es wird nicht mehr lange dauern und wir werden bei uns 45 Grad im Schatten messen“, so Karsten Schwanke. „Längere Dürren im Sommer und Regenzeiten im Winter“, sagte er voraus, aber auch „neue Lösungen, an die wir jetzt noch nicht denken“. Deshalb gebe es keinen Grund, „den Kopf in den Sand zu stecken“. Er jedenfalls freute sich schon auf seine neue Wärmepumpe und war sich sicher, dass „der ganz große Batzen unserer Energieversorgung solar sein wird“.

Energie auch für die Jüngsten

Freude an Wasserstrudeln, Sonnen- und Windexperimenten hatten die Kinder bei den SWB-Aktionen während des Energie-Gipfels. Schon vor der Beethovenhalle eiferten sie teils mit Erwachsenen auf Energy-Bikes ums Stromerzeugen „per pedes“. „High Five“ gab es von einem Handy auf zwei Beinen - „Boni“, dem neuen Bonuswelt-Maskottchen der SWB-App - und zum Abschluss des Tages Zerstreuung mit den Improvisationstalenten von der „Springmaus“. Auf Stichworte aus dem Publikum sprühten sie vor Energie bei einem einem funkigen Groove zur „Heizlastberechnung“, inszenierten die Installation einer Solaranlage als Ballett und feierten das Ergebnis als geschmetterte Opernarie: „Es ist vollbracht.“ (as)

Zwei Kinder experimentieren gemeinsam mit einer Betreuungsperson an einer Station des Energie-Gipfels. Sie entdecken spielerisch, wie Energie entsteht und wirkt.
Auch die jüngsten Gäste konnten beim SWB-Energie-Gipfel spielerisch entdecken, wie Energie entsteht und wirkt.
Besucherinnen und Besucher gehen durch den Messebereich des SWB-Energie-Gipfels. Es sind verschiedene Stände rund um die Themen Wärme- und Energielösungen aufgebaut.
Die Veranstaltung lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Beethovenhalle für Information, Beratung und Austausch.

Einige Stimmen und Impressionen von der Veranstaltung zeigen wir hier in unserem Video.

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