10.11.2019 Smart City Bonn: Besucher der "Nacht der Technik" informieren sich über Mobilität der Zukunft
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Energieversorgung vom Stromnetz bis in die Ladesäule: Pascal Köhn, Fachbereichsleiter Netzservice bei BonnNetz, zeigte den Besuchern wichtige Komponenten der Smart City Bonn.

"Willkommen auf dem Betriebshof von SWB Energie und Wasser und BonnNetz", begrüßte Pascal Köhn, Fachbereichsleiter Netzservice bei BonnNetz, die Besucher der "Nacht der Technik". Die Technik-Erlebnisnacht, die vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und vom Verband der Elektrotechnik (VDE) initiiert wird, fand damit erstmals auch in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis statt – 32 Unternehmen gewährten dabei Einblicke in ihre Arbeitsbereiche.

Zu den SWB waren die Teilnehmer gekommen, um sich über die Smart City Bonn und die Mobilität der Zukunft informieren zu lassen und sie sogar auszuprobieren: bei E-Scooter-Testfahrten. Pascal Köhn zeigte seinen Zuhörern jedoch zunächst beim Rundgang an den Informationsständen, was die Smart City Bonn derzeit umfasst und in Zukunft noch umfassen könnte – von den bereits vorhandenen E-Ladesäulen über Straßenbeleuchtung mit Sensoren bis hin zu noch visionären Flugtaxis. Grundvoraussetzung: eine entsprechende Energieversorgung vom Stromnetz bis in die Ladesäule. Genau dafür ist BonnNetz verantwortlich.

Pascal Köhn gab einen Überblick über die verschiedenen Netzebenen der Stromversorgung, durch die Energie mit einer Spannung von 110.000 Volt fließt, bis BonnNetz sie über Transformatorstationen mit deutlich niedrigerer Spannung von 10.000 bis 230 Volt in Bonn verteilt. Von diesen Stationen gibt es in Bonn 1.700. "Die können Sie nicht immer sehen, aber manchmal brummen hören", sagte Köhn am Modell solch einer Station. "In die Schaltanlage gehen zwei Kabel hinein, es gibt also zwei Wege, zwischen denen man bei einer Störung switchen kann, sodass immer Strom für Sie fließt." Eine Störung zu beheben ist ebenso Aufgabe von BonnNetz wie ein bestehendes Netz auszubauen oder ein neues aufzubauen. "Wir sind 24 Stunden 7 Tage die Woche für Sie da", so Köhn.

Smart-Meter-Gateways – Technologie der Zukunft in der Testphase
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Wenn sich viele Bonner Bürger nun ein E-Auto anschaffen würden, müssten wir das Netz ausbauen, entweder indem wir mehr Kupfer unter die Erde bringen, oder zu intelligenteren Lösungen greifen wie dem Smart-Meter-Gateway", erklärt der Ingenieur. Das ist eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierte Technologie, die sich derzeit im Probebetrieb befindet. "Sie ermöglicht es, uns in Ihren Stromhaushalt einzuschalten, um zum Beispiel ein Lademanagementsystem anbieten zu können", führte er am Beispiel eines Smart-Meter-Modells vor, eines nicht einmal Zigarettenschachtel großen, grauen Kästchens im Zählerkasten.

Elektromobilität mit E-Auto und E-Scooter im Fokus
"Die Smart-Version einer SWB-Wallbox, unserer Heimladestation für Elektrofahrzeuge, macht es zum Beispiel möglich, den Ladevorgang per Smartphone von der Couch aus zu steuern oder die Ladeleistung runter- oder heraufzustellen", erklärten die SWB-Vertriebsingenieure für Elektromobilität, Christopher Käckermann und Martin Nagel, und übernahmen die Besucher für den Rest der Führung.

Sie stellten den Gästen vor, welche Modelle es von der SWB-Wallbox gibt, wie der Ladevorgang an einer öffentlichen Ladestation vonstatten geht, dass stets mit BonnNatur-Strom geladen wird oder dass sie sich in ihrem Arbeitsalltag auch dem Monitoring der 58 öffentlichen Ladepunkte widmen. Detlef Uselli, der mit Sohn Lino gekommen war, zeigte sich interessiert an E-Autos und meinte auch hinsichtlich der Kritik an den Fahrzeugen: "Es gibt immer ein Für und Wider, zum Beispiel in Bezug auf die Akkus, aber der CO2-Ausstoß einer Ölraffinerie ist auch nicht ohne. E-Autos sollten sich etablieren und damit auch erschwinglicher werden."

"Im Vergleich zu den Anschaffungskosten sind die laufenden Kosten für ein E-Auto jetzt schon deutlich günstiger als für ein Auto mit Verbrennungsmotor", so Käckermann. Ingo Miebach aus Karlsruhe könnte sich die Anschaffung eines Elektroautos ebenfalls vorstellen, "wenn die Ladeinfrastruktur stimmt". Bei der Nacht der Technik testete er aber erst einmal einen der E-Scooter, die SWB Bus und Bahn in Kooperation mit der Firma Tier in Bonn im Verleihsystem anbietet. "Das ist einfach und macht Spaß, wie Kinderrollerfahren. Das wäre für mich sehr interessant, um abends zum Beispiel die letzten Meter von der Bahn nach Hause zu fahren", sagte Miebach.

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