18.07.2018 Neue Energiewelt: 5.700 Bonner Projekte für neue Energiedienstleistungen identifiziert
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Erneuerbare Energie von Bonns Dächern: Neue SWB-Dienstleistungen begleiten Anlagenbetreiber in die künftige Energiewelt. Foto: Stadtwerke Bonn

Die Energiewende hält zunehmend Einzug in die Häuser der Bonnerinnen und Bonner. Immer mehr Bürger beteiligen sich an der Stromerzeugung mit Photovoltaik-Anlagen und kleinen Blockheizkraftwerken. Daraus werden mittlerweile mehr als 8 Millionen Kilowattstunden Strom in die Netze gespeist. Und das Jahr für Jahr. Die Potentiale, die in dieser dezentralen Energiewende stecken, hat SWB Energie und Wasser in den Blick genommen und stadtweit rund 5.700 Projekte identifiziert, in denen Kunden neue Energiedienstleistungen angeboten werden.

„Unsere Energiekunden wandeln sich vom Verbraucher zum Erzeuger. Diesen Weg werden wir als kommunaler Energieversorger fördern und begleiten“, so Robert Landen, Vertriebsleiter von SWB Energie und Wasser.

Unter Energiedienstleistungen verstehen die Stadtwerke Bonn Angebote, die über die reine Energielieferung hinausgehen und den Kunden Mehrwerte, eine verbesserte Energieeffizienz und Vereinfachungen bieten. Wie zum Beispiel mit den erfolgreichen Angeboten für „schlüsselfertige“ Solaranlagen (BonnPlus Solar), für Heizungsmodernisierungen (BonnPlus Wärme) oder für den Bau und Betrieb von E-Ladestationen und E-Ladesäulen, alles aus einer Hand.

Die in Bonn identifizierten 5.700 Projekte unterstützen sowohl Privatkunden als auch Unternehmen und die Gebäudewirtschaft auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz, Kosteneinsparungen und „schlüsselfertigen“ Anlagen.

Die Projekte beinhalten Wärmeversorgung, integrierte E-Mobility-Konzepte, Mieterstrom-Modelle, Energiemanagement, Smart Home-Lösungen sowie auch Kälte- und Druckluft-Contracting. Ein weiterer Vorteil: die verwendeten Anlagen werden gemeinsam mit dem regionalen Handwerk gebaut und installiert.

Neue Angebote für Bonns Energiewende-Pioniere
Im besonderen Blick haben die Stadtwerke Bonn auch die Pioniere der erneuerbaren Energien, die Bonn schon sehr früh in eigene Anlagen investiert haben. Für diese Anlagenbetreiber bricht ab 1. Januar 2020 eine Zeitenwende an: 20 Jahre nach Inkrafttreten des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) endet bundesweit für rund 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen sukzessive die gesetzliche Förderung, berichtet die neueste Ausgabe der ZfK (Zeitung für Kommunale Wirtschaft, Juli 2018) aus München.

Auch in Bonn sind 110 Anlagenbetreiber betroffen, die dann für ihren erzeugten Strom nach der heutigen Rechtslage nur noch einen Bruchteil der bisherigen Einspeisevergütung erhalten. SWB Energie und Wasser wird auf diese Bonner Kunden zugehen, um den Anlagenbetreibern auch nach 2020 die effiziente Nutzung ihres Photovoltaik-Stroms zu ermöglichen.

„Wir werden rechtzeitig mit den Betreibern der Anlagen Kontakt aufnehmen und unsere neuen Dienstleistungen anbieten“, erklärt Robert Landen. „Den Bonner Energiewende-Pionieren bieten wir individuelle Unterstützung, damit deren Anlagen auch nach der Förderung wirtschaftlich sinnvoll und für den Kunden vorteilhaft betrieben werden können“, so Landen. Zum Angebotspaket wird zum einen die technische Überprüfung der Anlagen gehören mit Contracting-Modellen für den Umbau- oder Ausbau der Anlagen. Zum anderen ist aber auch die Einbindung der Stromerzeugung in Mieterstrom-Modelle möglich, der Aufbau von physikalischen und virtuellen Strom-Speichern sowie die Kombination mit E-Mobility-Ladeeinrichtungen.

Die Bonner Anlagen, die am 1. Januar 2020 aus der Förderung fallen haben eine Leistung von 1.042 KWp. Das sind rund eine Millionen Kilowattstunden Naturstrom, eine Strommenge, die theoretisch ausreicht, um 350 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Mit der lokalen Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien waren die Stadtwerke Bonn Mitte der 90er Jahre ihrer Zeit voraus und hatten eine Vorreiterrolle für das seit dem Jahr 2000 geltende Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Bereits vor Einführung der gesetzlichen Einspeisevergütung wurden die Anlagen im SWB-Netzgebiet mit einer kostendeckenden Vergütung auf die Dauer von 20 Jahren gefördert.(ws)

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