07.02.2020 Kontrollflüge über das Fernwärmenetz 1500 Meter über Bonn

Bei Kälte, klarer Sicht, wenig Wind und in den Abendstunden hebt das Kleinflugzeug einer Spezialfirma im Auftrag von SWB Energie und Wasser in der Nacht von Freitag, 7. Februar, auf Samstag, 8. Februar, ab. Es macht sich ab 20 Uhr zu einem fünfeinhalbstündigen Kontrollflug mit konstanter Geschwindigkeit von 230 km/h in rund 1500 Meter Höhe auf, um mithilfe von Thermografien mögliche Wärmeverluste im Fernwärmenetz Bonns ausfindig zu machen.

An Bord der kleinen Propeller-Maschine sind nur der Pilot und ein Techniker – der Rest des Achtsitzers gehört einer Infrarotkamera und jeder Menge Technik. Nach einem vorgegebenen Raster – 59 Flugtrassen – wird bei dieser sogenannten luftgestützten Thermalbefliegung das linksrheinische Bonn überflogen, um die rund 125 Trassenkilometer des Fernwärmenetzes per Infrarot-Kamera unter die Lupe zu nehmen. Das geschieht in zwei Flügen und zudem in den Abend- und Nachtstunden, um möglichst viele andere Wärmequellen, wie zum Beispiel fahrende Autos, auf den Aufnahmen ausschließen zu können.
 

Kontrolle dient dem Beurteilen und Sichern von Zustand und Qualität
„Diese Suche nach möglichen Schwachstellen der Rohre dient dem Sichern der Netz-Qualität und unserer Instandhaltungsstrategie“, erklärt Michael Hahn, Fachbereichsleiter Fernwärme Netz-/Anlagenservice von BonnNetz, der das Projekt koordiniert. Die ersten Meter des Fernwärmenetzes, durch dessen Rohre im Winter bis zu 135 Grad heißes Wasser fließen, wurden bereits Mitte der 1950er Jahre verlegt. Jüngst kamen beim Ringschluss im August 2019 zwischen Tannenbusch und Castell 8000 Meter Leitung hinzu – diesmal jedoch moderne Kunststoffmantelrohrsysteme, die mit hochwertiger Wärmedämmung und einem modernen Leckage-Überwachungssystem ausgestattet sind. „Die Thermografien bieten nicht nur die Chance, die Dichtheit älterer Leitungen zu überprüfen, sondern auch die Qualität der Rohre und Muffen des neuen Systems zu verifizieren“, so Hahn.
 

Erstmals Evaluierung per Flug
Die regelmäßige Kontrolle des Fernwärmenetzes erfolgt dieses Jahr per Flug – bislang wurde das Fernwärmenetz von SWB-Mitarbeitern mit Wärmebildkameras abgegangen. Die Daten werden in Thermalkarten übertragen und mögliche negative Befunde ihrer Dringlichkeit nach abgearbeitet.
 

Zusatzinformation:

Fernwärme in Bonn hat lange Tradition
Auf Fernwärme wird in Bonn schon seit den 1950er Jahren gesetzt – aus mehreren Gründen: Sie ist günstig, praktisch und unkompliziert. Die Bonner Fernwärme weist zudem eine sehr gute Umweltbilanz auf: Sie ist das Produkt der Kraft-Wärme-Kopplung im Heizkraftwerk Nord und nutzt als Energiequelle auch den Dampf, der in der Müllverwertungsanlage aus Siedlungsabfällen gewonnen wird. Sie erfüllt damit alle Auflagen des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes und wird einem Schlüsselfaktor des Klimakonzeptes in Bonn gerecht: der effizienten Wärmebereitstellung. Jede Investition von SWB in die Fernwärmetrasse kommt somit in erheblichem Maße dem Klima- und Umweltschutz zugute.

Zur Übersicht