04.03.2021 Einstimmiger Aufsichtsrats-Baubeschluss: Gas- und Dampfturbinenanlage im HKW Nord wird modernisiert
Der Beschluss ist gefasst, die GUD-Anlage zu modernisieren, um nochmals eine Effizienzsteigerung erreichen.

Das Heizkraftwerk (HKW) Nord ist mit einer jährlichen Einsparung von bis zu 194.000 Tonnen Kohlendioxid mit derzeitigem Primärenergiefaktor von 0,0 das größte Klimaschutzprojekt der Region. Die 2013 in Betrieb genommene Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD-Anlage) wurde errichtet, um KWK-gekoppelt effizient und umweltschonend ganzjährig Strom und Fernwärme für die Stadt Bonn produzieren zu können. Da die vorhandene Gasturbine aufgrund der Betriebslaufzeit in naher Zukunft ersetzt werden muss und die Förderung nach KWK ausläuft, wurde mit der Planung einer Modernisierung der GuD-Anlage begonnen, um einerseits Anlagen zu erneuern und andererseits eine neue Förderung nach KWKG zu erhalten.

Bereits in der Sitzung des SWB Energie und Wasser-Aufsichtsrats vom 26.09.2018 wurden die Planungen vorgestellt und die Einleitung einer detaillierten Planung zur Erneuerung der Gasturbine an der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage beschlossen. In der Aufsichtsratssitzung vom 26.08.2020 haben nun die Mitglieder den Baubeschluss "Modernisierung und Effizienzsteigerung der hocheffizienten Gas- und Dampfturbinenanlage im Heizkraftwerk Nord" – einstimmig gefasst.
 

Im damaligen Planungsstatus sollte die vorhandene Gasturbine durch eine neue, leistungsstärkere Gasturbine ersetzt sowie der Abhitzekessel und die Dampfturbine der GuD-Anlage der größeren Dampferzeugungsmenge angepasst werden. Nach einer Gebäudeuntersuchung der alten HKW-Werkstatt und des Verwaltungsgebäudes ist eine Kernsanierung jedoch nicht mehr wirtschaftlich. Ein Ersatz an gleicher Stelle grenzt die Entwicklungsmöglichkeiten des Gesamtareals (Masterplan Karlstrasse) erheblich ein.


Wegen der besseren betrieblichen Einbindung wird im Rahmen des Projektes daher nun der Bau eines neuen Werkstatt- und Verwaltungsgebäudes direkt neben dem neuen GT- Maschinenhaus umgesetzt:
 

Projektziele sind:
 

- Klimaschutz/Nachhaltigkeit: Mit der Modernisierung der GuD-Anlage wird die Fernwärmeerzeugung langfristig abgesichert und durch Steigerung des KWK-Anteils kann mehr KWK-gekoppelter Strom erzeugt werden. Damit ergibt sich gegenüber der bisherigen Einsparung von 194.000 Tonnen CO2 eine weitere Einsparung von ca. 101.000 Tonnen CO2 pro Jahr.
Der zukünftig geplante Einsatz von grünem Wasserstoff als Brennstoff wird dazu beitragen, die langfristigen Klimaschutzziele der Stadt Bonn zu erreichen.

- Fernwärmeausbau: Durch die Modernisierung der GuD-Anlage wird die Versorgung für den geplanten weiteren Fernwärmeausbau (Projekt FW Ausbau 2030) sichergestellt. Eine Steigerung der Fernwärmeerzeugung erhöht über den KWK-Prozess den Brennstoffnutzungsgrad der Anlage und führt zu einer weiteren Effizienzsteigerung.
 

- CO2 (Wasserstoff ready): Der mittelfristig geplante anteilige Einsatz von grünem Wasserstoff als Brennstoff für den Betrieb der Gasturbinen wird zu einer weiteren Reduktion von CO2 führen.
 

- Stromkennzeichnung: Durch den Einsatz von grünem Wasserstoff als Brennstoff für den Betrieb der Gasturbinen wird sich die Stromkennzeichnung der Stadtwerke Bonn signifikant ändern.
 

Beschreibung Phasen der Projekt–Umsetzung:
 

- Phase 1: Anpassung der Anlagenteile TG4 zur Erhöhung der Verfügbarkeit und Absicherung der MVA-Dampfabnahme. Fertigstellung bis Mai 2023.

- Phase 2: Modernisierung von GuD-Nebenanlagen ab Mai 2021 während den Revisionsphasen. Umschlussarbeiten für die gesamte Anlage ab Juli 2023, folgend Inbetriebnahme bis März 2024.


- Phase 3: Modernisierung TG4 mit erneutem Antrag auf KWK-Fördermittel im Zusammenhang mit noch zu terminierenden zukünftigen Maßnahmen der MVA.
 

Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitern des HKW, den Kolleginnen und Kollegen des Konzern-Controlling für die Wirtschaftlichkeitsberechnungen, den Mitarbeitenden vom Konzern-Einkauf für die Mitwirkung zur Erstellung der Ausschreibungsunterlagen sowie dem externen Fachplaner für die gute und koordinierte Zusammenarbeit. Denn nur mit guter Teamarbeit ist eine solche Leistung innerhalb des Zeitfensters realisierbar.

Solch eine losweise Vergabe (wie im GuD-Projekt 2013) mit einer jeweiligen Los 1 bis 13-Ausschreibungsvorbereitung, Durchführung der Verhandlungsverfahren in Anlehnung an die Sektoren Vergabeverordnung sowie Konzepterstellung und die Detailplanung der GuD-Modernisierung und Effizienzsteigerung fortzuführen, ist derzeit eine Leistung aller Kollegen, die eine besondere Wertschätzung gebührt,  so Aufsichtsratsmitglied Rolf Driller weiter. Die SWB-Geschäftsführer Peter Weckenbrock und Marco Westphal schließen sich dem Dank an die Mannschaft herzlich an.  (R.D.)
 
 
 

 
 

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