19.04.2018 Bonner Wirtschaftstalk über Wetter, Energie und Klimaschutz
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Der Bonner Wirtschaftstalk zeigte auf, wie Wetter und Klimaschutz zusammen hängen.

Alle reden über das Wetter – auch der 32. Bonner Wirtschaftstalk in der Bundeskunsthalle. Bei der Experten-Diskussion zeigte sich, dass Wetter eine Menge mit Energie und Klimawandel zu tun hat. Und: Jeder Bonner kann auf lokaler Ebene dazu beitragen, nationale und globale Klimaziele zu erreichen.

Wie sich das Wetter auf die Energiewirtschaft auswirkt, wollte Moderatorin Angela Maas von Marco Westphal wissen. Der Stadtwerke-Geschäftsführer erläuterte, wie das Wetter den Anteil Erneuerbarer Energien beeinflusst, der in das deutsche Stromnetz eingespeist wird. Um diese schwankenden Werte auszugleichen, arbeiten die Bonner bei der Einsatzplanung für ihre Heizkraftwerke mit einer Drei-Tages-Vorschau, die stets mit der aktuellen Entwicklung abgeglichen wird.

Digitalisierung hilft Stromerzeugern
Dass die Vorhersagen eine effizientere Kraftwerks-Einsatzplanung ermöglichen, bestätigte Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts. Die fortschreitende Digitalisierung von Arbeitsabläufen helfe ebenfalls ungemein dabei, das von Wind und Sonne getragene Stromnetz mit dem schwankenden Verbrauchsverhalten in Einklang zu bringen.

Zuverlässige Vorhersagen liefern wollen Unternehmen wie die WetterOnline GmbH aus Bonn. Geschäftsführer Joachim Klaßen verdeutlichte, dass seine Kunden über das Wetterradar vor allem kurzfristige Prognosen abfragen. „Man will wissen: Was passiert gleich? Und um das zu sagen, muss man wissen, was jetzt passiert“, erklärte Klaßen die Anforderungen für Echtzeit-Vorhersagen, die gerade bei künftigen Reaktionen auf Wetter-Extreme wie Stürme und Starkregen immer wichtiger werden.

Wetter-Extreme werden zunehmen
„Die Extreme werden zunehmen“, betonte Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut. Das sieht Klima-Experte Wolfgang Wiedlich genauso. Der Leitende Redakteur des Bonner General-Anzeigers erwartet für den Frühsommer wieder extreme Niederschläge in Bonn – und damit zahlreiche Starkregen-Einsätze für die GA-Reporter. Allein: „Man kann nur schlecht voraussehen, wo es einschlägt.“

Auf lange Sicht gehen Experten wie Fischedick und Wiedlich davon aus, dass die Erderwärmung zu mehr und stärkeren Wetter-Extremen führen wird. „Wir haben durch die Treibhausgase mehr Energie im System“, sagte Wiedlich. „Dadurch passiert wesentlich mehr: Die Ausschläge werden größer.“ Deshalb setzen sich gerade die Versicherungsunternehmen für Klimaschutz ein, ergänzte Fischedick: „Die Schäden nehmen Dimensionen an, die nicht mehr versichert werden können.“

Elektro-Busse verringern Emissionen
Unter dem Stichwort „Energiewende ohne Emissionswende“ kritisierte Wiedlich, dass Deutschlands Verkehr immer noch zu viele Treibhausgase freisetze. „Da muss was passieren“, meinte auch SWB-Geschäftsführer Westphal. „Wir versuchen im Öffentlichen Personennahverkehr mit Elektromobilität unseren Beitrag zu leisten“, verwies er auf den Einsatz von Elektrobussen. Aufgabe der Stadtwerke sei es schließlich auch, zum Erhalt der Lebensgrundlagen in Bonn beizutragen.

Für das Klima kann sich jeder einsetzen, betonte Westphal, zum Beispiel durch die Nutzung von Bussen und Bahnen oder Fahrrädern. Oder wie es Manfred Fischedick ausdrückte: „Man muss nicht mit panzerähnlichen Fahrzeugen zum Bäcker fahren. Das kann man auch mit dem Fahrrad tun.“

Die Aufzeichnung des kompletten 32. Wirtschaftstalks ist in Kürze unter www.bonner-wirtschaftstalk.de zu sehen. Der Bonner Wirtschaftstalk ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von SWB Energie und Wasser, der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg und der Sparkasse KölnBonn. Bei der 33. Folge am 13. Juni 2018 lautet das Thema: „BONNER BAUTEN – Immobilienwirtschaft Bonn/Rhein-Sieg“.

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