FAQ zur Strompreis­anpassung

Insbesondere in den vergangenen zwölf Monaten sind die Energiepreise deutlich gestiegen. Die Gründe dafür sind vielfältig:  

  • Die Erholung der Weltwirtschaft hat nach dem Corona-bedingten Einbruch 2020 zu einer unerwartet hohen Nachfrage geführt.
  • Der Krieg in der Ukraine und die Drosselung der Gaslieferung durch Russland schüren die Angst vor einer Gasknappheit und sorgen aktuell für eine weitere Preisexplosion auch beim Strom. 

Die Preise auf dem Strommarkt ändern sich täglich. Sie richten sich immer nach dem aktuellen Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Ein Preis für Strom entsteht, wenn die gesamte Nachfrage eines Tages durch das Angebot am Markt gedeckt ist. Strom aus erneuerbaren Quellen steht dabei an erster Stelle. Reicht dieses Angebot nicht aus, werden nach und nach weitere Kraftwerke hinzugeschaltet. Das teuerste Kraftwerk bestimmt dabei den Preis für den gesamten Bedarf. Die teuersten Kraftwerke sind aktuell Gaskraftwerke. Somit bestimmen zurzeit die Kosten der Gaskraftwerke den Preis für alle anderen Erzeugungsarten mit.

Die Preise hängen davon ab, zu welchem konkreten Zeitpunkt Strom beschafft wurde und für welchen Zeitraum. Wurde beispielsweise Mitte Februar 2022 Strom für das Jahr 2023 beschafft, so lagen die Preise ca. 1,7 Mal höher als vor einem Jahr. Durch den Krieg in der Ukraine sind die Preise noch einmal deutlich angestiegen. Anfang März 2022 lagen die Beschaffungspreise für Strom bei mehr als 450 €/MWh. Umgerechnet auf eine Kilowattstunde (kWh) sind dies für Strom ca. 45 Cent/kWh. Dies entspricht etwa dem 10-fachen der Beschaffungspreise von vor einem Jahr.   

Die aktuellen Beschaffungspreise hängen momentan sehr stark von der Entwicklung des Ukraine-Kriegs sowie den Sanktionen ab. Daher ist es in der aktuellen Situation schwierig zu prognostizieren, wie sich die Preise genau entwickeln werden.  

Einen Großteil der Strommengen, die Sie als unsere Kundin oder unser Kunde für das Jahr 2022 benötigen, haben wir bereits frühzeitig beschafft. Sie profitieren daher aktuell von einem Durchschnittswert, der sich aus unserer Beschaffung über einen längeren Zeitraum ergibt. Wir verteilen so das Risiko, das sich durch die schwankenden Preise ergibt, über mehrere Monate. In Zeiten, in denen die Preise steigen, haben Sie dadurch einen Vorteil. Da wir aber noch Teilmengen zu den aktuellen Preisen einkaufen, müssen wir unsere Preise für Strom erhöhen. Aktuelle Tarif-Angebote auf Vergleichsportalen sind teils deutlich teurer.   

Aber natürlich müssen wir für Sie weitere Strommengen für das nächste Jahr zu den aktuellen Konditionen beschaffen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass auch im nächsten Jahr die Phase mit hohen Energiepreisen noch nicht überwunden ist.

Mit welchen Zusatzkosten Sie rechnen müssen, hängt insbesondere von Ihrem Stromprodukt ab und dem Zeitpunkt, zu dem Sie den Vertrag zur Lieferung abgeschlossen haben.

In unserem Brief an Sie nennen wir Ihnen Ihren bisherigen Preis, Ihren neuen Preis und den Erhöhungsbetrag.

Sie können Ihre individuellen Zusatzkosten ermitteln, indem Sie Ihren Verbrauch aus der letzten Jahresrechnung für Strom mit dem genannten Erhöhungsbetrag im Brief multiplizieren.

Beispielrechnung: Bei einem Drei- bis Vier Personenhaushalt, der z.B. 3.500 kWh Strom verbraucht, entstehen in unserem Produkt BonnHome jährliche Mehrkosten in Höhe von rund 510 € (3.500 kWh Jahresverbrauch multipliziert mit 0,1510 €/kWh Preiserhöhung).

 

Um die steigenden Energiepreise abzufedern, hat die Bundesregierung steuerliche Entlastungen sowie zusätzliche Einmalzahlungen beschlossen. Seit 1. Juli 2022 müssen Sie keine EEG-Umlage („Ökostrom-Umlage“) mehr zahlen. Zuletzt hat die EEG-Umlage 3,72 Cent/kWh betragen.

Sie müssen zunächst nichts tun. Um eine hohe Nachzahlung zu vermeiden, werden wir Ihre Abschlagshöhe prüfen und die Höhe der monatlichen Abschläge bei Bedarf anpassen, damit es bei der Nachzahlung keine bösen Überraschungen gibt. Nützliche Informationen zu Ihrer Energielieferung erhalten Sie auf einen Blick unter www.stadtwerke-bonn.de/online-service.

Sollten wir Ihren Betrag anpassen, erhalten Sie ein Schreiben von uns mit dem neuen Abschlagsplan. Sie können diesen auch im Online-Portal einsehen und selbst auf Ihre Bedürfnisse anpassen, wenn Sie kein Schreiben bekommen.

 

Nein, Sie können ihn aber gern im Online-Service übermitteln: www.stadtwerke-bonn.de/online-service. Die Preisänderung grenzen wir mit einem Schätzwert anhand Ihrer Verbrauchswerte zum 31.08.2022 ab.

Ihren Stromverbrauch können Sie durch den Ersatz von Glüh- oder Halogenlampen durch effiziente LED reduzieren. Wo möglich, sollten Sie auf die Stand-By-Funktion verzichten, indem Sie die Geräte am Schalter oder mittels Steckdosenleiste komplett ausschalten. Zudem helfen Stoß- statt Kipplüften, abgedichtete Fenster und Türen oder moderne Großgeräte wie Kühlschrank, Spül- und Waschmaschine beim Energiesparen.

Eine aufwändigere Maßnahme ist beispielsweise die Installation einer Photovoltaikanlage, mit der Sie Ihren Strom selbst erzeugen. Weitere Tipps zum Energiesparen finden Sie in unserer aktuellen Energiesparkampagne.

Im Falle einer Preisänderung steht Ihnen das Recht zu, den Vertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Preisänderung zu kündigen. Vielleicht lohnt sich in Ihrem Fall der Wechsel in einen anderen Tarif. Wir empfehlen Ihnen, unseren Produktberater zu Rate zu ziehen.

Als Bestandskunde der Stadtwerke haben Sie den Vorteil, dass wir für Sie die Energiemengen bereits frühzeitig beschafft haben. Sie erhalten einen Durchschnittspreis über mehrere Jahre. Dieser wird zwar aktuell angepasst, jedoch sind die Preise trotz der Erhöhung momentan niedriger als die Angebote auf Vergleichsportalen. Sie profitieren daher sehr davon, Kunde der Stadtwerke zu sein. Neben unseren guten Preisen unterstützen wir die Region darüber hinaus in vielfältiger Weise.  

Bei günstigen Vergleichsangeboten von Wettbewerbern sollten Sie sich einen Wechsel gut überlegen. Einige unserer Kunden mussten bereits die Erfahrung machen, dass der beim Wechsel gewählte Energielieferant insolvent wurde und sie in der Regel ihre Vorauszahlungen nicht zurückerstattet bekommen haben. Oder die Kunden mussten zu deutlich höheren Preisen bei einem neuen Versorger abschließen. Darüber hinaus sollten Sie sich fragen, inwieweit die Wettbewerber gut für unsere Region sind. 

Wer offene Zahlungen nicht rechtzeitig begleichen kann und deshalb Post erhält, meldet sich am besten per E-Mail an forderungsmanagement(at)stadtwerke-bonn.de. Die Kolleginnen und Kollegen des Forderungsmanagements von SWB Energie und Wasser lassen nichts unversucht, um zu helfen. Wir finden immer Lösungen, wenn Betroffene uns kontaktieren. Beispielsweise können Energierechnungen über Ratenzahlungen beglichen werden.

Der Kundenservice von SWB Energie und Wasser ist über den Kundenservice erreichbar und berät telefonisch unter 0800/090 70 50 sowie per E-Mail.