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Widerstand zwecklos: Luftschutzbunker wurde zu 10.000 Tonnen Schutt zerkleinert

Widerstand zwecklos: Luftschutzbunker wurde zu 10.000 Tonnen Schutt zerkleinert
Gute Aussichten in der Karlstraße: Der Blick ist frei auf das Heizkraftwerk.

Wer heute in der Karlstraße unterwegs ist, kann ganz neue Perspektiven genießen, denn nach dem Abbruch des Luftschutzbunkers ist der Blick frei auf das Heizkraftwerk. Das Betongebäude aus dem Kriegsjahr 1941 ist entfernt, die vier Meter tiefe Grube verfüllt.

Rund 9.800 Tonnen Beton- und 200 Tonnen Ziegelschutt sind während der vergangenen Monate auf der Baustelle angehäuft und anschließend zu Bauschuttrecyclinganlagen transportiert worden. Rund 410 Lastwagentransporte waren nötig, um die Reste des Bunkers zu Bauschuttrecyclinganlagen zu bringen. Der Stahl wird eingeschmolzen. Damit endet das im September 2015 begonnene Projekt ohne Komplikationen im Zeit- und Kostenplan.

Von Beginn an stieß der Bunkerabriss auf großes Interesse in der Öffentlichkeit und war Thema zahlreicher Zeitungs- und Fernsehbeiträge. Häufig kamen Besucher "als Zaungäste" zur Baustelle, die aus privatem Interesse fotografierten und filmten.

Für den Abbruch war eine emissionsarme Technik gewählt, bei der Erschütterungen, Lärm und Staub minimiert wurden. Eine Sprengung war mit Rücksicht auf die Betriebe, Anlagen und Straßen in der Nachbarschaft als Abbruchmethode ausgeschlossen. Die Erschütterungen hätten schließlich auch dem Betrieb der Gas-und-Dampfturbine schaden können. Passend dazu titelte der Bonner General-Anzeiger einen Bericht mit der Überschrift: "Sanfter Abriss eines Bollwerks".

Die massive Betonstruktur wurde stattdessen mit Bohrungen und dem Einsatz eines umweltschonenden Quellmittels aufgebrochen. Bagger, riesige Betonfräsen und Stahlscheren erledigten den Rest. Die frei gewordene Fläche wird für die geplante Neuordnung des Standortes genutzt.

Historie: Während des Zweiten Weltkrieges diente der Luftschutzbunker der Bevölkerung, den Mitarbeiten des an der Karlstraße gelegenen Kraftwerks und des Schlachthofes als Schutz vor Bombenangriffen. Denn vor allem ab 1944 war Bonn mehrmals Ziel von Luftangriffen. Einen besonders folgenschweren Angriff mit vielen zivilen Opfern und großen Schäden in der Bonner Innenstadt gab es am 18. Oktober 1944. Am 26. Dezember 1944 wurde auch das Kraftwerk in der Karlstraße schwer getroffen und konnte erst im Jahr 1949 wieder zur Stromversorgung Bonns beitragen.

Der Lufschutzbunker: Die Bunkeranlage war ein fünfgeschossiger Massivbau, bestehend aus vier Obergeschossen und einem Kellergeschoss. Er wurde im Kriegsjahr 1941 in Stahlbetonbauweise errichtet, hatte eine Grundfläche von 28 mal 12,3 Metern und eine  Höhe von 20 Metern. Das Kellergeschoss gründete in rund vier Meter Tiefe. (Grundfläche: 342 Quadratmeter; Raumvolumen: 5.560 Kubikmeter). Die Bunkerwände waren in den Obergeschossen rund zwei Meter, im Untergeschoss rund drei Meter dick. Besonders massiv gebaut war naturgemäß die Bunkerdecke. Sie bestand aus aus mehreren Schichten und war knapp zwei Meter dick.(ws)

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