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05.05.2017

Von Maradona bis zum Sportpark Nord: Der 2. Buschdorfer Jubiläumstalk

Von Maradona bis zum Sportpark Nord: Der 2. Buschdorfer Jubiläumstalk
Die Protagonisten des 2. Buschdorfer Jubiläumstalk auf der Blauen Couch.

Wenn der frühere Schiedsrichter Walter Eschweiler loslegt, kommt man aus dem Lachen kaum noch heraus. Die „Pfeife der Nation“ ist der geborene Anekdotenerzähler, das wurde beim zweiten Buschdorfer Jubiläumstalk deutlich. Die Gesprächsrunde des Ortsfestausschusses Buschdorf e.V. zum 800-jährigen Jubiläum des Stadtteils im Pfarrzentrum Sankt Aegidius wird von SWB Energie und Wasser unterstützt.

Eschweiler berichtete unter anderem, dass er Spanisch gelernt habe, um Diego Maradona die Meinung sagen zu können, mit Hans Riegel in der Jury für die Miss-World-Wahl in Los Angeles saß und die Queen mit seiner Schlagfertigkeit beeindruckte. Er war einer von vier sehr unterschiedlichen Gästen zum Thema Sport auf der Blauen Couch neben Moderatorin Alexandra Zörner, die sich auch mit Ex-Fußballer Stephan Engels, Ex-Kugelstoßer Fred Schladen und dem Polizeigewerkschaftsvorsitzenden Rainer Wendt unterhielt. „Ein Schiedsrichter sollte es nicht profihaft machen“, sagte der 81-jährige Bonner.

Er selber arbeitete im Auswärtigen Amt als Sportdiplomat. Er gilt als national und international bekanntester deutscher Schiedsrichter und erzählte von seinem Einsatz bei der WM 1982 in Südamerika, wo ihn der peruanische Spieler José Velásquez versehentlich gefoult hatte. 1974 pfiff er das erste Pokalfinalspiel der Frauen. „Die Damen sind ritterlicher zueinander“, fand er.  Man erfuhr, dass er schon einen Flugzeugabsturz überlebt hat. „Den rheinischen Dachschaden hatte ich aber schon vorher.“ Zuletzt berichtete er, wie auf sein Betreiben vor 25 Jahren ein fußballbegeisterter argentinischer Pfarrer ein Jahr in Deutschland verbringen konnte. Man kennt ihn heute als Papst Franziskus, und dass er Deutsch spricht, habe er Eschweiler zu verdanken.

Heiterkeit und ernste Töne
Wäre er nicht Fußballspieler geworden, sagte Stephan Engels, hätte er wohl den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb übernommen. Zum Glück für den 1. FC Köln, mit dem er 1983 Deutscher Pokalsieger wurde, arbeitete er lieber auf dem Fußballacker, war auch Trainer, Nachwuchsleiter und Chef-Scout. Im Gespräch mit Ex-Bonna Zörner äußerte er sich kritisch über die heutige Praktik der großen Clubs, schon Achtjährige zu scouten, die dadurch nicht im vertrauten Umfeld aufwachsen. „So sind oft Karrieren an solchen Dingen kaputt gegangen“, so der 56-Jährige aus Niederkassel. Anders als zu seinen Anfangszeiten würden heute die Jugendlichen auch viel mehr trainieren und dafür auch vom Unterricht freigestellt. Immerhin dränge man sie heute nicht mehr, für die Fußballerkarriere ihre Ausbildung abzubrechen.

Kritische Worte hörten die Besucher auch vom gebürtigen Buschdorfer Fred Schladen. Der mehrfache deutsche Meister im Kugelstoßen, von Zörner liebevoll „stärkster Mann von Bonn“ genannt, trainierte immer im Sportpark Nord, betreibt dort auch heute noch Sport und bemängelte den Zustand der ganzen Anlage. Er beschäftigt sich auch mit dem Thema Doping. Anabolika habe er nie genommen. „Das kostet auch an Lebensjahren.“ Der Sport sei kaputt, bedauerte er mit Blick auf Dopingskandale und immer neue Weltrekorde. „Wir haben noch in der griechischen Idee den Sport betrieben.“

Zuletzt saß Rainer Wendt auf dem Sofa. Der frühere Kriminalkommissar aus Duisburg und heutige Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft sprach nicht über die Schlagzeilen rund um seine Weiterbesoldung als Polizist, sondern über Sicherheit im Fußball und die Personalsituation der NRW-Polizei. Er unterstütze die Idee einer Gebühr für den Einsatz der Bundespolizei bei Fußballspielen. Pyrotechnik in Stadien könne man wohl nie ganz verhindern, sehr wohl aber mit Videotechnik Täter ausfindig machen. Die würden dann aber oft in untere Ligen ausweichen oder sich außerhalb der Stadien prügeln.

„Die Polizei hat kein Sicherheitsmonopol“, stellte Wendt klar. Sie ist nur der Reparaturbetrieb der Gesellschaft.“ Man müsse schon in Familien, Kindergärten und Schulen ansetzen und Kinder stark erziehen. Er signierte auch Ausgaben seines Buches „Deutschland in Gefahr“, dessen Erlös komplett an die Stiftung für verletzte Polizisten geht.

Unterstützung im Jubiläumsjahr
Auch die zweite Ausgabe des Buschdorfer Jubiläumstalks war wieder gut besucht. „Wir sind happy“, sagte der Ortsausschussvorsitzende Heinz Klaus Kraus, der mit einer der 150 blauen Windbreaker-Jacken auftrat, mit denen SWB Energie und Wasser die Organisatoren der Veranstaltung unterstützt. Dem heimischen Energieversorger dankte er: „Wir freuen uns sehr über das Engagement von SWB Energie und Wasser.“ Musikalische Begleitung kam wieder vom Tannenbusch-Gymnasium: Der zwölfjährige Can de Campos Moreira spielte zwischen den Talks Stücke auf dem Klavier.

Für das Jubiläumsjahr hat der “Arbeitskreis 800“ mehr als 70 kostenlose Veranstaltungen geplant, einige unterstützt SWB Energie und Wasser - etwa mit dem Wasserwagen und mit Bannern mit dem Slogan „Wir für Buschdorf!“. Der dritte von vier Jubiläumstalks findet am 19. September statt. Dafür kann man sich per Mail an talk@buschdorf.de anmelden. (sk)

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