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"Fernwärme ist ein wichtiger Schlüssel für den Klimaschutz"

Schonender Umgang mit geschützter Landschaft: Die neue Fernwärmeleitung unterquert den Rheindorf Bach.

Mit dem Projekt "Fernwärme 2020" erschließt SWB Energie und Wasser derzeit im Bonner Norden neue Gebiete. Behutsam und mit besonderen Techniken müssen die Ingenieure und Bauarbeiter dabei im Landschaftsschutzgebiet entlang des Rheindorfer Bachs vorgehen.

Unmittelbar neben dem Heinrich-Hertz-Europakolleg und der Autobahn unterquert die Fernwärmeleitung den Rheindorfer Bach. Aus Anlass der Bachunterquerung erläuterten Rüdiger Wagner (Umweltdezernent der Stadt Bonn) und SWB-Geschäftsführer Peter Weckenbrock nun die Rolle der Fernwärme im Klimaschutzkonzept der Stadt und den Ausbau des Netzes, im Projekt "Fernwärme 2020" sollen Schritt für Schritt mehr Bonner, sei es in Neubauten oder im Bestand, die Vorteile der Fernwärme nutzen können. Derzeit wird eine neue Fernwärmetrasse  zwischen dem Heinrich-Hertz-Europakolleg und der Richthofenstraße im Stadtteil Auerberg verlegt.

"Die Lösung der Stadtwerke mit der Unterquerung des Baches ist es wert, gezeigt zu werden", erklärte Rüdiger Wagner, Umweltdezernent der Stadt Bonn. "Die Leitungen werden ohne Konflikt zum Naturschutz verlegt, obwohl die Trasse durch das Landschaftsschutzgebiet verläuft, in dem 2001 der Rheindorfer Bach renaturiert wurde." Dieser dient zugleich als Erholungsraum und ist wichtig für den Hochwasserausgleich im Bonner Norden.

Vor allem aber sieht der Umweltdezernent den Ausbau der Fernwärmeversorgung als Klimaschutzprojekt, denn hier sei die Wärmeversorgung ein Schlüsselfaktor. "Rund 40 Prozent der klimaschutzrelevanten Kohlendioxid-Emissionen entfallen auf Gebäude und davon wiederum allein 80 Prozent auf die Beheizung", so Rüdiger Wagner. Bonn, die deutsche Stadt der Vereinten Nationen und Sitz des UN-Klimasekretariats erfülle auch mit dem Ausbau der Fernwärmeversorgung eine Vorbildfunktion. "Die Stadt Bonn hat ehrgeizige Ziele formuliert. Die Stadtwerke Bonn nehmen hier eine ganz besondere Rolle ein, und ich bin sehr dankbar, dass sie sich diese politische Aufgabenstellung so konsequent und engagiert zu eigen machen."

Klimaschutzprojekt "Fernwärme 2020"
Bereits seit den 90er Jahren sind die Stadtwerke Bonn auf die Ziele Energiewende und Klimaschutz ausgerichtet. "Der Erfolg zeigt sich zum Beispiel im sehr hohen Anteil an Erneuerbaren Energien im Bonner Strommix in Höhe von 57 Prozent," betont SWB-Geschäftsführer Peter Weckenbrock. Bonn nimmt neben München damit den ersten Platz bundesweit ein. Nach Inbetriebnahme des hocheffizient ausgebauten Heizkraftwerks Nord im Jahr 2013 sei nun der Ausbau der Fernwärmeversorgung Bonns das nächste hoch gesteckte Klimaschutzprojekt.

Zudem ist aktuell der Primärenergiefaktor für die Bonner Fernwärme neu berechnet und mit dem Wert ‚0‘ testiert worden. "Damit ist die Fernwärme das umwelt- und klimaschonendste Angebot in der Bonner Wärmeversorgung", so Weckenbrock. Außerdem können Bauherren in Bonn mit der Nutzung der Fernwärme kostensparend planen und bauen. Nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG), ist die Bonner Fernwärme faktisch dem Einsatz Erneuerbarer Energien gleichgestellt.

Kraft-Wärme-Kopplung und Nutzung der Energie, die im Müll steckt
Die Bonner Fernwärme entsteht im SWB-Heizkraftwerk Nord, hocheffizient unter Nutzung der Kraft-Wärmekopplung. Wärme, die bei der Stromproduktion frei wird, wird hier nicht ungenutzt an die Umwelt abgegeben, sondern für die Wärmeversorgung verwendet. Auch die Energie, die im Bonner Müll steckt, wird dabei genutzt. Die Bereitstellung der Fernwärme erfolgt auf diese Weise zu 50,3 Prozent aus regenerativen Quellen. Die spezifischen CO2-Emissionen der Bonner Fernwärme liegen damit pro Kilowattstunde um 45 Prozent unter dem sehr günstigen Wert für Erdgas (in reiner Wärmeerzeugung), dem weitaus klimaschonendsten fossilen Primärenergieträger.

Heute ist das Bonner Fernwärmenetz rund 85 Kilometer lang. Durch das Rohrsystem gelangt bis zu 135 Grad heißes Wasser in die Gebäude und erwärmt dort Heizkörper und Trinkwasser. Angeschlossen sind mehr als 2.000 Kunden: vom Einfamilienhaus, über das historische Bonner Münster und die Häuser der Museumsmeile, die Dax-Unternehmen Deutsche Post und Telekom bis hin zum jüngst eröffneten World Conference Center (WCCB).

Nachdem im vergangenen Jahr bereits ein Gebiet südlich der Nordbrücke und das Heinrich-Hertz-Europakolleg erschlossen wurde, führt die neue Trasse nun auf einer Länge von rund 1.000 Metern entlang des Rheindorfer Baches bis zur Straße „An der Josefshöhe“ / Ecke „Richthofenstraße“. Die Arbeiten haben im Juni begonnen und dauern bis zum November an. In einem weiteren Bauabschnitt wird ab August im Bereich Tannenbusch-Mitte und Buschdorf fortgesetzt.

Effizient und bequem für Kunden
Fernwärme ist die günstige Methode, Wärme nachhaltig und aus eigenen klimaschonenden Quellen zu schöpfen. Heizkessel, Öltank oder Pelletlager, Schornstein und Abgaskontrollen entfallen. Neben dem Platzgewinn im Keller ergibt sich auch ein Zeitgewinn: Man braucht sich weder um den Brennstoffeinkauf noch um den Schornsteinfeger zu sorgen. Die Wärmeübergabe erfolgt bequem mit Hilfe einer kleinen Übergabestation.

Fernwärme schont Ressourcen und schützt das Klima
Bauherren haben so die Möglichkeit, ihr Haus durch die Nutzung der Fernwärme als Niedrigenergiesparhaus einstufen zu lassen, was sonst nur mit aufwändiger Gebäudedämmung und anderen Maßnahmen erreichbar wäre. Und dank einer modernen Preisgestaltung und der Effizienzsteigerung im neuen Heizkraftwerk Nord profitieren die SWB-Fernwärmekunden von Preissenkungen und können auch künftig im Vergleich zu anderen Formen der Wärmeerzeugung immer mit wettbewerbsfähigen Preisen rechnen.

Fernwärme: ein Bonner Traditionsprodukt
Die Geschichte der Fernwärmeversorgung in Bonn begann in den Kindertagen der Bundesrepublik Deutschland. Nachdem der parlamentarische Rat und später der Bundestag beschlossen hatten, Bonn zur Bundeshauptstadt zu erheben, begannen die Stadtwerke Bonn damit, ein Fernwärmenetz aufzubauen. In den 1950er und -60er Jahren wurden viele Gebäude an das neue Fernwärmenetz angeschlossen, die für die Entwicklung Bonns wichtig waren. Einer der ersten Kunden war zu Zeiten Konrad Adenauers das Bundeskanzleramt.

Heute gewinnt die Fernwärme unter dem Aspekt des Klimaschutzes und den Anforderungen gesetzlicher Regelungen wie der Energie-Einsparverordnung und des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes eine neue Bedeutung.(ws)

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